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Informationsveranstaltung "Mobile Altersarbeit in der Region Sursee"

Das Pilotprojekt geht 2026 zu Ende. Ab 2027 können neue Gemeinden mitmachen.
Riccardo Pardini, Altersforscher und Fachexperte rund um kommunale Alterspolitik in der Schweiz präsentiert seine Studie zu Mobiler Altersarbeit in der Schweiz.

Alter bewegt lud die Sozialvorstehenden und Gemeindevertretungen der Region zu einem Informationstreffen über die Mobile Altersarbeit nach Knutwil ein. Die Präsidentin Yvonne Zemp Baumgartner begrüsste die Anwesenden und den Referenten Riccardo Pardini. «Mit der Mobilen Altersarbeit haben wir eine professionelle «Kümmererin» zum Thema Altersarbeit» sagt sie in ihrer Begrüssungsrede, nicht ohne Stolz auf dieses innovative Projekt und dankt den beteiligten Gemeinden für ihr grosses Engagement.

Am Pilotprojekt «Mobile Altersarbeit» haben sich seit 2024 sieben Gemeinden beteiligt. Büron, Eich, Geuensee, Knutwil, Mauensee, Schenkon und Sempach. Ende 2026 geht die Pilotphase zu Ende und es werden neue Leistungsvereinbarungen für weitere drei Jahre abgeschlossen. Auch neue Gemeinden haben die Möglichkeit, am Angebot teilzunehmen. 
Kernstück der Mobilen Altersarbeit ist eine Fachperson für Altersfragen, die in den Gemeinden, vor Ort arbeitet. Sie vernetzt, koordiniert und steht für niederschwellig für Anfragen zur Verfügung. Mehrere Gemeinden beteiligen sich an dem 50% Pensum, die Anstellung läuft über den Gemeindeverbund Alter bewegt. Interessierte Gemeinden können sich bis Ende Juni 2026 bei Alter bewegt melden.

Daniela Meyer, Fachperson für Mobile Altersarbeit stellte die Umsetzung in den Gemeinden vor:
Es wurden Treffpunkte geschaffen, Umfragen gemacht, Senioren und Seniorinnen beteiligt, Freiwillige motiviert, Workshops und Netzwerktreffen durchgeführt. Alexandra Stocker, Sozialvorsteherin Geuensee, Matthias Müller, Sozialvorsteher Büron, Astrid Erni, Sozialvorsteherin Schenkon und Franziska Müller, Bereichsleiterin Soziales, Sempach berichteten über ihre positiven Erfahrungen mit dem Pilotprojekt und auch über Schwierigkeiten in der Aufbauphase.  

Riccardo Pardini, Alterssoziologe und Forscher am Institut für Sozialpädagogik und Sozialpolitik der HSLU stellte seine Studie «Mobile Altersarbeit in der Schweiz» vor. Diese Studie wurde vergangenen September von der Paul Schiller Stiftung veröffentlicht und zeigt das besondere Potential der Mobilen Altersarbeit auf. Grund für die Untersuchung war die Feststellung, dass Angebote, vor allem im ländlichen Raum, nicht genutzt werden, zu spät genutzt werden oder nicht von denjenigen genutzt werden, die es am meisten nötig hätten. Der Dschungel an Dienstleistungen und Angeboten ist so gross, dass es schwierig ist, darin das Richtige zu finden. Bei diesem Punkt setzt die mobile Altersarbeit an: Die Fachpersonen gehen aktiv auf ältere Menschen zu und sprechen sie dort an, wo sie sich aufhalten. Die Mobile Altersarbeit kommt mit den Menschen ins Gespräch, schafft einen niederschwelligen Zugang zu Information und kann ein geeignetes Angebot vermitteln. Pardini betont die präventive und kostengünstige Wirkung dieser Form der Altersarbeit vor allem mit Blick auf die demografische Entwicklung. «Ziel ist, Menschen so lange wie möglich, ein eigenverantwortliches Leben zu Hause zu ermöglichen».

Referat Infotreffen Mobile Altersarbeit in der Region Sursee Mobile Altersarbeit Riccardo Pardini HSLU

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06.Mai
2026

Von Fanny Nüssli