«Zeitgut Luzern»

Kurt Beck

In einem Interview erklärt Regula Schärli, Geschäftsführerin der Genossenschaft, die Idee der Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften.

Ist die Region Sempachersee speziell geeignet für diese Hilfe mit Zeitgutschriften?
Ja, nicht nur weil in der Region freiwilliges Engagement für das soziale Leben und für das Funktionieren von verschiedenen Vereinen und Institutionen unentbehrlich sind. Die Bedeutung von Freiwilligenarbeit ist auch in anderen Regionen gross und der Bedarf an Freiwilligen wird in den kommenden Jahren wachsen. Speziell in der Region ist, dass bereits einige Freiwillige aktive Mitglieder von «Zeitgut Luzern» sind. Sie haben angeregt, dass die Idee der Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften auch in ihrer Region umgesetzt wird. Sie möchten, dass eine Zeitgutgruppe in der Region entsteht. Zudem ist das Luzerner Kantonsspital (also auch das Spital Sursee) Mitglied von «Zeitgut». Die Freiwilligen des Spitals können ihre Stunden bereits gutschreiben lassen.

Was braucht es um «Zeitgut» aufzubauen?
Es braucht Menschen, welche die Idee so gut und einleuchtend finden, dass sie sich sagen, das machen wir hier auch. Mehr ist eigentlich nicht nötig. Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die sich ohne grosse Investitionen und mit kleinem organisatorischen Aufwand starten lässt. Selbstverständlich unterstützt «Zeitgut Luzern» den Aufbau einer lokalen Gruppe aktiv und stellt Knowhow und Infrastruktur bereit. Es ist jedoch wichtig, dass die Idee lokal von Menschen, die hier leben umgesetzt wird, damit sie auch den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen entspricht.

Welches ist der erste konkrete Schritt?
Am Anfang steht die Information. Es ist wichtig zuerst das Gespräch zu suchen mit Behörden, sozialen Institutionen, Altersheimen, Spitex, den Kirchen, mit allen Organisationen und Vereinen, die mit Freiwilligen arbeiten. Dazu gehören auch Jugendorganisationen oder Sportvereine, Alleinerziehende, pflegende Angehörige und Paraplegie-Organisationen. Die Gespräche sollen einerseits aufzeigen, welche freiwilligen Angebote bereits bestehen, und wo es bei der Betreuung und Begleitung von Menschen Bedarf an Unterstützung gibt. Andererseits sollten möglichst viele Akteure mit ins Boot geholt werden, um die Nachbarschaftshilfe lokal breit abzustützen. Zur Information gehört auch aufzuzeigen, dass «Zeitgut» als geldunabhängige Vorsorge ein wesentlicher Beitrag ist, um längerfristig und unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung die Betreuung im Alter zu sichern und das gesellschaftliche Zusammenleben in der Nachbarschaft fördern. Wer anderen Zeit schenkt, hilft auch sich selbst.

Interessiert? Bitte wenden Sie sich an Regula Schärli,
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