«Leitbild im Gespräch»

Brigitte Schürmann

Rita Bussmann-Meier, Präsidentin Regionales Altersleitbild und Co-Leiterin, gibt im Gespräch einen Einblick in den Ist-Zustand des Leitbildes und erklärt die Vorteile einer überregionalen Zusammenarbeit.

«Alter(n)» bewegt…
Durch die demographische Entwicklung werden in der Schweiz in 15 – 20 Jahren so viele Menschen wie noch nie der Generation 65+ angehören. Diese gesellschaftliche Veränderung wird sich in allen Lebensbereichen bemerkbar machen. Die Politik ist gefordert, auf diese Entwicklungen zu reagieren, die nötige Infrastruktur und bedarfsgerechte Unterstützungsangebote aufzubauen.

Den Anfang machten sechs Sozialvorstehende. Heute sind bereits 16 Gemeinden gemeinsam unterwegs. Das Ziel des Regionalen Altersleitbildes ist die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit in der Alterspolitik. Ziele sind eine bessere Koordination, der gegenseitige Wissenstransfer und die Herausforderungen der Alterspolitik durch schnelles Reagieren auf neue Entwicklungen zu meistern.

Was unterscheidet das regionale vom lokalen Altersleitbild?
Die einzelnen Gemeinden legen im kommunalen Altersleitbild ihre Ziele und Massnahmen fest. Die Alterspolitik wird in der Jahresplanung und im Budget berücksichtigt.

Das Projekt «Alter(n) bewegt – das Regionale Altersleitbild Sursee» ist mittel- und langfristig ausgelegt. Es setzt regionale Schwerpunkte, entwickelt Ideen und zeigt sinnvolle Projekte, die gemeinsam umgesetzt werden können. Wichtig ist, dass die Gemeinden davon profitieren. Sie entscheiden selber, wie und wann sie welche Konzepte und Massnahmen in ihrer Gemeinde umsetzen.

Die vom Kanton ins Leben gerufene «Drehscheibe 65plus Region Sursee» ist ein erfolgreich gestartetes Teilprojekt, das auf Anfang 2020 auf die 16 beteiligten Gemeinden ausgeweitet wird.

Highlights
Das grösste Highlight ist, dass sich 16 Gemeinden für einen gemeinsamen Weg entschieden haben. Sie alle glauben, dass sich mit einem Miteinander die gesetzten Ziele besser erreichen lassen. Der Gemeindevertrag ist inzwischen von allen unterzeichnet und ab Januar gültig. Dem angepassten Organigramm und der Besetzung der Kommission wurde zugestimmt.

Die «Dorf- und Quartierrundgänge in der Gemeinde» wurden bereits in zwei Gemeinden durchgeführt. Die politisch Verantwortlichen nehmen die Resultate ernst und setzen entsprechende Massnahmen um – zum Wohle von Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Mit der «Gangsicherheit-Mobilität-Sturzprävention» bleiben Seniorinnen und Senioren im «Café Balance» in Bewegung, trinken anschliessend einen «Café» und knüpfen neue Kontakte. Sicherheit, Reduktion von Stürzen, Spass und Wohlbefinden stehen hier im Mittelpunkt.

Die Netzwerk-Treffen der Gemeindevertretungen dienen dazu, die Gemeinden untereinander vermehrt zu vernetzen. Sie zeigen das Engagement und die Motivation der Beteiligten an unserem Projekt. Wir sind erfolgversprechend unterwegs.

Aktuelles und wie weiter…
Die Umsetzung des Regionalen Altersleitbildes ist gut auf Kurs.

  • Für die Erweiterung der «Drehscheibe 65plus für die Region Sursee» wird aktuell ein Vorgehenskonzept erstellt.
  • Zum Aufbau des «Konzepts Notfall- und Überbrückungspflege, Ferienbett, Tages- und Nachtplätze, Kompetenzzentrum für Demenz» werden Gespräche mit involvierten Stellen und Personen geführt.
  • Die Projektleitung plant die «Förderung der Wohn- und Lebensräume 65plus Region Sursee» mit weiteren Gemeinden. Bereits werden in den Gemeinden mobilitätswirksame Massnahmen geplant und umgesetzt. Am Bauvorstehertreffen wurde das Konzept der Gemeinderundgänge vorgestellt und stiess auf reges Interesse.
  • Mit einem Workshop wird eine regionale Fachtagung für die «Weiterentwicklung Palliative Care Region Sursee» vorbereitet. Ein Pilotprojekt ist geplant.
  • Die «Förderung der Gesundheit in der Region» ist in den gestarteten Projekten gut unterwegs. Die Projektleitung plant eine Umsetzung mit weiteren interessierten Gemeinden.
  • Die «Netzwerke in der Region Sursee» werden weiter geknüpft, die Kontakte mit den Gemeindevertretenden gepflegt. Eine Bedarfsabklärung zum Thema Migration und Alter ist geplant.
  • Kommunikation: Die Website wird aktualisiert und ausgebaut. Ein ehrenamtlich tätiges Redaktionsteam Ü60 aus interessierten Fachpersonen erstellt neu einen Newsletter. Er berichtet vier Mal im Jahr rund um das Regionale Altersleitbild Sursee und dem «Älterwerden» allgemein.

Wie weiter…
Es gilt alle gesellschaftlich relevanten Entwicklungen im Altersbereich sorgsam zu beachten. Vorausschauende Planung ist wichtig. Die schrittweise Umsetzung der gesetzten Ziele trägt den vorhandenen Ressourcen Rechnung.

Mein persönliches Älterwerden
Jede Erfahrung, jede Herausforderung und deren Bewältigung, viele erfüllende Momente, aber auch schwere Schicksalsschläge haben mich zu dem Menschen reifen lassen, der ich heute bin. Der Wunsch jünger zu sein, ist mir vollkommen fremd. Ich nehme gerne jeden Tag als Geschenk an, geniesse es, meine Fähigkeiten und Talente weiter einzubringen. Das Pensionsalter lässt mir mehr Zeit für spontane soziale Kontakte, Familie, Freunde und meinen Hund. Gemeinsam mit meinem Gatten wünsche ich uns, noch einige Jahre bei guter Gesundheit zu verbringen.