Tschernobyl – ein Ereignis 1986, ein Foto 2018

Brigitte Schürmann

Damals Familienfrau hatte ich den Beruf als Architektin ETH 1984 zugunsten meiner kleinen Tochter aufgegeben. Dann Tschernobyl, eine Katastrophe, deren Auswirkung niemand vorhersagen konnte. Für meine kleine Tochter habe ich ein halbes Jahr lang Milch durch Michpulver ersetzt. Erinnern Sie sich noch?

Die Pilze aus unseren Wäldern und Fische aus den Tessiner Seen durften wir nicht mehr essen. Zuversichtlich in die Zukunft schauend folgten jedoch noch zwei weitere Geschwister.

Ich reise gerne – nah und fern. Mich interessieren auch ungewöhnliche Reiseziele. So habe ich 2018 mit meinem Sohn die Geisterstadt Prypjat besucht und in Tschernobyl übernachtet. Die Häuser zerfallen, die Pflanzen und Tierwelt erobern die Stadt mit damals 49‘000 Einwohnern zurück. Besuch bei einer alten Frau, die in der «Zone» ganz allein lebt und ihren Enkel nur von einem Foto kennt. Eindrücke, die unter die Haut gehen!

Der Einstieg zurück in die Arbeitswelt war nicht einfach. Im Ausbildungszentrum des SBV, heute «Campus Sursee», habe ich eine ideale Stelle gefunden. Meine ersten Artikel für die Mitarbeiterzeitung führten dazu, dass ich auch für das Kundenmagazin schreiben durfte. Fachartikel schreiben und redigieren brachten Abwechslung in meinen Berufsalltag. Mit verschiedenen Weiterbildungen im grafischen Bereich erhielt ich die Chance, meine gestalterischen Fähigkeiten sinnvoll einsetzen. Jetzt bin ich in Pension, geniesse meine neuen Freiheiten, hüte regelmässig meinen Enkel, betreue neu die Website «Alter bewegt» und schreibe Artikel für den Newsletter.